Zampelbüdel oder einfach "Zampel" ist der Name des Beutels, in dem die Hafenarbeiter ihre Mahlzeiten und gegebenenfalls auch Werkzeug oder Ausrüstung bei sich tragen. Vielleicht fand sich in dem einen oder anderen auch ein Probenzieher oder Musterstecher. Die wörtliche Erklärung des Begriffs "Zampel" soll nämlich zum englischen Wort "sample" für Muster führen. Mit einem Musterstecher ließen sich z.B. bei Kaffeesäcken, ohne sie zu beschädigen, unauffällig ganz paar Bohnen in den Zampel abzweigen, denn schließlich mußten ja die Kleinröstereien in St. Pauli und Altona etwas zu tun haben! Resterkaffee nannte sich das Sortengemisch unbekannter Herkunft, das noch in den 1930er Jahren angeboten wurde. Uraltes Hamburger --» Döntje um K'nickenfutter(= Kaninchenfutter):
Am Freihafenzoll weckt ein Zampelbüdel das Interesse eines Beamten.
"Was ist da drin?" fragt der Zöllner
"K'nickenfutter"
"Bitte mal öffnen! - Das ist ja Kaffee!"
"Wenn se dat nich freet, kricht se gornix!"

Zippelhaus Aus dem mittelniederdeutschen Wort "Sipele" (= Zwiebel) leitet sich das plattdeutsche Wort "Zippel" ab. Der Hamburger Straßenname "Zippelhaus" lautete vor 1899 "Bei dem Zippelhaus" und erinnert an das hier am Zollkanal gegenüber der Speicherstadt gelegene Haus der Bardowicker Gemüsehändler (1888 abgerissen). Seit 1535 lagerten und verkauften sie hier nahe der Katharinenkirche ihr Gemüse, und vor allem eben Zwiebeln, die sie auf dem Wasserweg in die Stadt brachten.

Zisslaweng Das Hamburgische Wörterbucharchiv zählt mindestens 19 belegte Bedeutungen für dieses merkwürdige, auch "Schisslaweng" und ähnlich gesprochene Wort. Es meint im Grunde einen geschickt ausgeführten Kniff, einen eleganten Dreh, so leicht wie ein Fingerschnippen (das übrigens ebenfalls als "Zissiaweng" bezeichnet werden kann), oder sonst eine schwungvolle Angelegenheit. Die wahrscheinlichste Erklärung führt einmal mehr ins Französische und vielleicht zur selbstbewußten Kommentierung eines Gauklers während seiner flinken Fingerzaubereien. Einem kurzen "Voilä" könnte "Ainsi, c'la vint!" (So schnell geht das!) folgen. Ebenfalls französisch ist: "Ce le vin" (das ist der Wein), der einer anderen Variante nach dem "Zissiaweng" seinen unabdingbaren Schwung verleiht.

Zitronenjette Die "echte" Zitronenjette wurde 1841 in Dessau geboren und kam bald darauf mit ihrer Mutter nach Hamburg. Körperlich und geistig zurückgeblieben, ernährte sie sich kümmerlich mit dem Kleinverkauf von Zitronen. Sie verkaufte aus einem Henkelkorb in der Innenstadt, abends in Kneipen auf St. Pauli. Sie nahm gerne einen Schluck aus ihrer --» Kömbuddel, was ihr zum Verhängnis wurde. Das nur 1,32 Meter große, torkelnde Persönchen wurde häufig von Horden Straßenjungs (--» Briet) verfolgt. Mehrfach in den Rinnstein gefallen, wurde sie in die Irrenanstalt Friedrichsberg eingewiesen, wo man sie bis zu ihrem Tod 1916 mit kleinen Arbeiten beschäftigte. Legendär wurde sie durch zwei Theaterstücke über ihre Person. 1900 kam Theodor Franckes "Citronenjette oder Ein weibliches Original" auf die Bühne, und Paul Möhring verfaßte mit "Zitronenjette" ein dreiaktiges Volksstück, das zum größten Erfolg des St. Pauli-Theaters werden sollte (über tausend Vorstellungen).

Zollenspieker ist ein Ortsteil im Stadtteil Kirchwerder in den --» Vierlanden. Der Name entstand im 16. Jahrhundert für die dort an der Elbe errichtete Zoll und Wehranlage. Schon zuvor lag mit dem Eislinger Zoll an dieser Stelle eine Zolleinnahmestelle. Von hier ließ sich weit über den Strom und die Landstraße ausspähen (spähen = spieken). Zugleich diente der Zollenspieker als Fährstelle. 1620 wurde die Anlage in kriegerischen Auseinandersetzungen mit Braunschweig-Lüneburg geplündert und zerstört. Der Neubau blieb auch nach dem Ende der Zollerhebung 1821 Fährstelle und Gasthof. Nach aufwendiger Sanierung und Freilegung von Fresken aus Renaissance und Barock ist das Fährhaus Zollenspieker seit 1998 wiedereröffnet und lädt als eines der ältesten Hamburger Kulturdenkmäler zu einem Besuch nach Hamburgs Südosten. Seit 1988 besteht das Naturschutzgebiet Zollenspieker

"Zurückbleiben bitte" hören die Fahrgäste von S- oder U-Bahnen in vielen deutschen Städten, und zwar kurz bevor die Türen schließen. Für die HVV-Fahrgäste erklingt es zumeist etwas breiter, und häufig schmilzt die Silbe "ben" zu einem stimmlosen "m", wenn auf dem Bahnsteig die Lautsprecher knacken und die Ansage "Zuurückbleim bidde" krächzen (siehe auch --» Dammtor).

Zwutsch Der Begriff ist vor allem in den drei großen Hansestädten verbreitet. Wer auf den Zwutsch (oder Swutsch) geht, verläßt des Abends seine Wohnung und begibt sich, zumeist in Gesellschaft, auf die Suche nach "Amüsemang". Aber auch wer allein oder zu zweit nach getaner Arbeit oder abendlicher Lektüre zum Luftschnappen noch einmal büschen "bummeln" möchte, geht dann "auf 'n Zwutsch".