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Raboisen Witzbolde behaupten, dieser Straßenname der Altstadt gehe auf einen Oberbayern zurück, der meinte, das schlechte Pflaster sei so holprig wie ein Reibeisen ("Dös is wie an Raboisen"), Tatsächlich wird der schon im Mittelalter belegte Name auf einen hier an der alten Stadtmauer gelegenen Befestigungsturm zurückgeführt. Er seinerseits soll nach einem hier wohnenden, in städtischen Diensten stehenden "Kriegsmann" benannt worden sein. |
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Ränzel lautet die in ganz Norddeutschland verbreitete Verkleinerungsform des ursprünglich aus der Gaunersprache stammenden Begriffs "Ranzen", mit der die auf dem Rücken getragene Schultasche oder der Rucksack der Kinder bezeichnet wird. |
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Rattjes (sprich: Rottjes) ist die Verkleinungsform des plattdeutschen Wortes "Rott" für Ratte. Im Hamburger Straßendeutsch wurden die Fabrikarbeiterinnen abschätzig "Rattjes" genannt. Die "Spritrattjes" waren in der Produktion und mit der Abfüllung von Schnaps beschäftigt, die "Fischrattjes" dementsprechend in fischverarbeitenden Unternehmen. |
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Rauchfleisch --» Hamburger Rauchfleisch |
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Rauhes Haus "Das Rauhe Haus" ist der Name einer Stiftung für Sozialarbeit mit Sitz im Stadtteil Horn. Er leitet sich ab von einer kleinen, strohgedeckten Kate, die einmal einem Mann namens Ruge gehört hatte: Aus "Ruges Haus" wurde nach und nach "Rauhes Haus". Gebäude samt Grundstück erhielt der evangelische Theologe und Sozialreformer Johann Hinrich Wichern (1808-81) von der Familie Sieveking zum Geschenk, um hier eine "Rettungsanstalt" für verwahrloste Kinder und Jugendliche einzurichten. Die heutige Stiftung ist auf vielfältige Weise im Kinder-, Jugend- und Altenbereich mit Sozialarbeit und Ausbildung aktiv. Zu ihr gehören unter anderem die Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik und die Evangelische Fachschule für Altenpflege. |
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Redder bezeichnet mit Knicks eingefaßte (Feld-)Wege, häufig Sackgassen. |
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reell Das französische Wort "réel" bedeutet "wirklich" oder "echt". Im Hamburger Hochdeutsch ist eine reelle Sache schon von sich aus immer etwas Gutes, etwas "Vernünftiges". Was etwas taugt, das ist reell, das läßt sich verwerten. Als Gegenteil könnte das Wort --» albern gelten, denn was albern ist, ist --» dumm Tüch, also dummes Zeug und somit unsinnig und wertlos. |
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Reeperbahnen war ursprünglich die Bezeichnung für die mehrere hundert Meter langen Bahnen der Reepschläger (oder Reeper), die auf ihnen Schiffstaue herstellten (Reep = Tau). Nördlich der heutigen Straße "Reeperbahn" wurde zwischen 1626 und 1883 auf zehn solcher Bahnen Hanf zu Tauen gedreht. Schon im 18. Jahrhundert waren südlich davon Vergnügungsbuden entstanden, die den Anlaß für den Straßennamen "Spielbudenplatz" gaben. Sie stehen am Anfang einer Entwicklung, die die Straße Reeperbahn zur "sündigsten Meile der Welt" und damit ganz St. Pauli berühmt machte. Angesichts der Bekanntheit seines "Kiez-Boulevards" wird es der Stadtteil sicherlich --» verknusen, daß sich bei vielen "anstännigen Leuten" die Namengebung --» St. Liederlich (und St. Lustig) einbürgerte. |
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Reihe findet sich als Bestandteil von Straßennamen (z.B. in Lange Reihe). Auf diese Weise wurde zur Zeit der Benennung auf die einseitige Bebauung der Straße hingewiesen. "Reihe" darf jedoch nicht verwechselt werden mit "Reye" (z.B. in Schlankreye) oder "Rei" als Hinweise auf einen kleinen Wasserlauf. |
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Ringbahn wurden Züge und Gleise der 1911 gegründeten Hamburger Hochbahn AG genannt (und zuvor bereits eine Straßenbahnstrecke). Ihrem Namen gemäß verlief die ab 1912 schrittweise eröffnete Strecke ringförmig durch die Stadt und verband Hafen und Innenstadt mit den Wohngebieten in Hohenfelde, Barmbek, Winterhude, Eppendorf und St. Pauli. Der Kurs entspricht heute bis auf den von der U2 befahrenen Abschnitt Barmbek-Berliner Tor der Linie U3, die übrigens auf dieser Ur-Ringbahnstrecke neben der eigentlich nur bezahlten Beförderungsleistung gratis eine wunderschöne Stadtrundfahrt hergibt. Nach und nach wurde die Ringbahn (seit 1947 offiziell: U-Bahn) auf ihr heutiges Streckennetz erweitert. Heute umfaßt das U-Bahn-Netz rund 100 km mit 89 Haltestellen. |
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rödeln --» dödeln |
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rösch ist ein anderes Wort für "kroß" oder "krosch", also für das hochdeutsche Wort "knusprig". |
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rüschen --» Glitsche - --» Kreek -- --» verrüschen |
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rumdibbern Kinder dibbern rum, wenn sie z.B. bei ihren Großeltern um etwas betteln oder ihre Eltern bewegen wollen, in einer Angelegenheit nachzugeben. Kinder dibbern rum, Erwachsene --» belemmern jemanden oder kommen angekötelt (--» anköteln). |
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Rummelputt oder rummeln Der Hamburger Rummelputt oder einfach nur das Rummeln ist eine alte, heute vor allem in der Blankeneser Gegend noch so rege wie früher praktizierte Kindersitte. Am Silvesterabend (früher auch am Martins-, Fastnachts- und Weihnachtsabend) ziehen die Kleinen verkleidet in Grüppchen in ihrer Nachbarschaft von Tür zu Tür und bitten um kleine Geschenke und vor allem um Schnoopkrom (siehe --» schnoopen). "Rummeln" bedeutet soviel wie "poltern", und das tun die Kinder, die "Rummelputt laufen", traditionell mit selbstgebastelten Trommeln, die auch im Takt die kleinen, von ihnen aufgesagten Sprüche begleiten. Wichtigste Requisite war früher ein mit einer Schweinsblase überzogener Topf (plattdeutsch "Putt"), in dem ein eingesteckter Rohrstengel hoch und runter bewegt wurde, so daß ein brummendes Geräusch ertönte. Die Texte variierten in den verschiedenen Teilen der Stadt, sollen aber in den Vier- und Marschlanden besonders handfest gewesen sein. Ein ganz kurzer Vers lautete "Rummel, rummel, rooken, schenk mir'n Appelkooken!" |
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Rundstück heißen in Hamburg Brötchen, sofern sie mit weißem Mehl gebacken sind, ihr Äußeres rund bis länglich ist und weder Kniff noch Falte aufweist. In dieser Form wurden sie schon im 17. Jahrhundert in der Stadt gebacken. Für ein "Rundstück warm" wird ein solches Brötchen in zwei Hälften geschnitten und mit gekochtem Schinken oder warmem Braten und dunkler Bratensoße serviert. |