Pärrisch leben lautet eine ältere Redewendung, die "sich einen guten Tag machen" oder moderner: "man gönnt sich ja sonst nichts" bedeutet. Sie geht auf den Hamburger Kaufmann John Parish (1742-1828) zurück. Der Sohn schottischer Einwanderer begründete seinen Reichtum durch den Großhandel mit Getreide aus dem Baltikum. Der aufwendige Lebensstil und vor allem die prunkvollen Feste, die Parish in seinem Landhaus an der Elbchaussee ausrichtete, waren der Anlaß, daß " Pärrisch leben" in Hamburg zu einem Begriff für Genießen und Feiern im großen Stil wurde.

palen bedeutet "pulen". Das Wort leitet sich ab von den Palen, den Hülsen von Erbsen und Bohnen, die ihre reife Frucht schon in sich tragen. Palerbsen müssen also vor dem Kochen gepalt werden.

Pankokenkapellen haben nichts mit Pfannkuchen zu tun. Ihre Name geht auf einen Musiker namens Leberecht Pankoken zurück, der im 19. Jahrhundert vermutlich aus der Kremper Marsch nach Hamburg kam. Er organisierte ein großes Blasorchester, das jedoch weniger bekannt wurde als seine kleinen Musikertrupps. Noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg zogen solche Gruppen mit schwarzen Hüten, meist Melonen, auf behördlich genehmigten Routen durch die Straßen. Mindestens drei oder vier Bläser, die übrigens alle eine Ausbildung durchlaufen hatten, konnten eine Pankokenkapelle bilden. Bei entsprechenden Anlässen kamen sie auch in größerer Besetzung. Pankokenkapellen kann man noch heute mieten, tanzende Kinderscharen, wie sie sich früher sofort nach den ersten Tönen um die Musiker bildeten, wird man kaum finden.

Passage --» Terrasse

Paternoster --» Proletenbagger

Patrioten waren und sind die Mitglieder der 1765 gegründeten Patriotischen Gesellschaft im besten Sinne des Begriffs: Sie sind bereit, freiwillige Leistungen zum Wohlergehen ihres Gemeinwesens, der Stadt Hamburg, zu erbringen. Michael Richey übersetzte daher das Wort Patriot einmal treffend mit "Stadtfreund". Die Vereinigung, deren korrekter Name Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe lautet, war der institutionelle Mittelpunkt der Hamburger Aufklärung. Ihre Mitglieder suchten Mittel und Wege, allgemeine Reformbestrebungen in die Tat umzusetzen. So praktizierten sie religiöse Toleranz, widmeten sich der Wirtschaftsförderung, z.B. durch Ausbildungsverbesserung, Gewerbeausstellungen, Bekanntgabe von Erfindungen oder durch Effektivierung der Armenfürsorge. Die Gesellschaft gab zahlreiche Anstöße zur Einführung von Neuerungen, so auch der ersten Sparkasse der Welt. Im 19. Jahrhundert kümmerte sie sich um die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Industriearbeiter. Unser heutiger Behördenapparat übernahm die meisten der früheren Betätigungsfelder der Patrioten. Ihr 1844-47 an der --» Trostbrücke errichtetes Haus ist jedoch nach wie vor Diskussionsforum für grundsätzliche Angelegenheiten in der Stadt und Entstehungsort fruchtbringender Ideen.

patuh oder petuh wird das französische "partout" (= überall) ausgesprochen. Es ist ein beliebtes Verstärkungswort., "Se will patuh nich mitte S-Bohn faan, sonnem immä mitt'n Woogen!" Im Flensburger Raum bezeichnet "Petuhtante" eine Frau, die, von Arbeit oder anderen Verpflichtungen befreit, die Zeit hatte, sich z.B. mit Freundinnen auf den Fördedampfern zu Kaffee, Kuchen und Klatsch zu verabreden.

Pedd di man nich up'n Slips heißt hochdeutsch "Tritt dir bloß nicht auf den Schlips" und gilt als Ausspruch demjenigen, der sich über Gebühr aufbläht und wichtig tut. Edith Oppens berichtet in ihrem Buch aus dem "Hamburg zu Kaisers Zeiten", daß es der "Pedd-di-mannich-up'n-Slips-Mentalität" der unteren Schichten entsprach, sich z.B. über die Zeremonien des Senats mit spöttischen Bemerkungen lustig zu machen, der besonders bei Kaiserbesuchen in voller, spanisch-niederländischem Vorbild nachempfundener Amtstracht (Ornat) samt --» Mühlstein um den Hals auftrat, und sich ganz allgemein "durch kein noch so ehrwürdiges Schauspiel beeindrucken" zu lassen. Dieselbe Bedeutung hat "Pust di man nich up!"

Pennich-Schieter wird genannt, wer ein Geizhals ist und "pennschietrich" auf jeden Pfennig ("Pennich") schielt. Der berühmteste Träger dieses --» Ökelnamens war kein Geringerer als der Hamburger Bürgermeister Herbert Weichmann (1965-71). In seinem Falle klang in der Titulierung als "Pennich-Schieter" und "Dukatenscheich vom Gänsemarkt" jedoch eine gute Portion Respekt mit, denn er erwarb sie sich in seiner Zeit als Finanzsenator und Chef der Finanzbehörde am Gänsemarkt (1957-65).

Peterwagen Angeblich aufgrund eines Verständigungsproblems zwischen einem englischen Kontrolloffizier und einem Hamburger Polizeiangehörigen entstand diese Benennung für Funkstreifenwagen. Als im Herbst 1946 die ersten fünf davon als "Radiowagen" von den britischen Besatzungsbehörden genehmigt werden sollten, galt es zunächst, die Aufgabe der Fahrzeuge zu klären. Der englische Offizier hatte dabei das Wort "Patrolcar" nicht gleich verstanden und ließ es sich buchstabieren: "Listen, Sir: P - like Peter...... und schon hatte er genug gehört und seine Namensversion für diese neuartigen Wagen aufgeschrieben. Heute fahren in der Stadt ca. 230 Peterwagen, deren Bezeichnung auch von "Peter" für das Funkzeichen "P" in der Abkürzung von P(olizei)- Wagen abgeleitet wird. Die Hamburger Polizeifunkzentrale heißt im polizeilichen Funkverkehr "Michel".

Peute --» Veddel

Pfeffersäcke ist ein allgemeiner Spottname für reiche, geizige Menschen, der aber besonders häufig auf Hamburger bezogen zu hören ist. Es gibt ihn schon seit dem Mittelalter. Ein früher Beleg für seine Anwendung stammt aus keiner geringeren Feder als der des dänischen Königs Christians IV: "Hochmütige Krämer und Pfeffersäcke, schmierige Heringshändler und Bärenhäuter" nannte er einmal die Hamburger, mit denen er sich durch die 60 Jahre seiner bis 1648 andauernden Regierungszeit mal mehr, mal weniger heftig herumstritt, zumeist über die Frage seiner Hoheitsrechte in der Stadt. Tatsache ist, daß das Geschäft mit den wertvollen, zum Teil wie Bargeld benutzten Pfefferkörnern den europäischen Gewürzhändlern seit dem Mittelalter hohe Gewinne bescherte und sich auch die Hamburger Kaufleute erfolgreich daran beteiligten.

Pferdestall Ausgerechnet die tiefsinnigsten und geschliffensten Denker der Universität Hamburg, die Philosophen, hatten ihr Domizil lange in einem Gebäude, dessen früheren Bewohnern, zumindest einem uralten Kalauer nach, man doch das Denken überlassen solle, nämlich den Pferden. Das im Unialltag nur "Pferdestall" genannte Gebäude des Fachbereichs Philosophie und Sozialwissenschaften wird seit 1929 von der Universität genutzt. Es wurde 1908 am früheren Bornplatz (heute Allende-Platz), mitten im entstehenden --» Klein Jerusalem, im Auftrag des Luxusfuhrunternehmens J. A. Schlüter, damals das größte in Kontinentaleuropa, errichtet. Die Fassade entstand getreu nach Vorbild des königlich-preußischen Marstalls in Berlin. Sie schmeckte ein technisch hochmodern ausgestattetes Gebäude, in dem neben Büros und Werkstätten über 200 Pferde und 100 Fahrzeuge Platz fanden.

Piepmantjes heißen die kleinsten, zu "Matten" zusammengeflochtenen Schwarzpulver-Knallkörper, mit denen auch schon Kinder zu Silvester hantieren dürfen.

Pieselei ist ein hamburgisches Wort für eine kleine ("billige") Kneipe, der Wirt ist der Piesel. "Pieseln" steht dagegen für "dünnes, leises Regnen" und ist außerdem eines der vielen Wörter, die dieselbe Bedeutung haben wie --» pischern.

piesacken heißt im Plattdeutschen "quälen" oder "ärgern" und ist heute in ganz Deutschland zu hören.

Pik As entwickelte sich als Begriff aus der offiziellen Abkürzung "P.As", die wiederum für das 1913 in der Neustädter Straße eingerichtete "Polizei-Asyl" stand, eine Übernachtungsstätte mit mehreren Schlafsälen und insgesamt 748 Betten. Heute stehen 244 Betten in Zwei- bis Sechsbett- und zwei Einzelzimmern ab 18 Uhr für Übernachter zur Verfügung. Im Rahmen von "Winternotprogrammen" können weitere Schlafgelegenheiten hinzukommen.

pischern ist eine verbreitete Bezeichnung für das "kleine Geschäft", dessen Verbform nördlich der Elbe somit sehr viel weicher ausgesprochen wird, als es mit "pinkeln" oder dem harten Doppel-S in "pissen" andernorts zu hören ist Andere Ausdrucke lauten "seegen" und für kleine Kinder "lötern", "püschen", --» Klötern oder pien.

Planten un Blomen war 1935 der Name einer Gartenschau. Sie fand größtenteils auf dem Gelände am Dammtor statt, wo 1863-1930 der Zoologische Garten gelegen hatte. Der Name, der hochdeutsch "Pflanzen und Blumen" bedeutet, blieb dem Gelände erhalten. 1953, 1963 und 1973 wurde es anläßlich der Internationalen Gartenbauausstellungen (IGA) um- und neugestaltet. Am Ostrand wurde 1973 auch das Congress Centrum Hamburg eingeweiht.

Platz vor der Glitsch! ist ein Warnruf der auf dem Eis der --» Glitsche Glitschenden. Außerhalb des Eises entspricht er dem mehr oder weniger humorigen hochdeutschen Schnack, "Vossicht - heiß und fettich!", mit dem sich die betreffende Person ihren Weg durch eine stehende Ansammlung von Menschen zu bahnen versucht. Wer jemandem einen Plan vereitelt, ihm in die Quere kommt, der piet ihm in die Glitsch (--» pischern).

Pli Wer etwas mit Pli erledigt, der hat der Sache eine gute Wendung gegeben - was aber nicht weiter verwunderlich ist, da jemand mit Pli sowieso schlau ist und sich auf gewandtes Benehmen versteht. Ein glatter und guter Sprecher glänzt mit regnerischem Pli. Das Wort ist als umgangssprachlicher Ausdruck aus dem Französischen übernommen worden und seit dem 18. Jahrhundert belegt.

plietsch ist, wer sich pfiffig und gewitzt anstellt, wer auch in verfahrener Situation nie um einen Ausweg verlegen ist oder auf unangenehme Fragen stets eine schlagfertige Antwort parat hat. "Plietsch" hängt übrigens nicht, wie man annehmen sollte, unmittelbar mit --» Pli zusammen, sondern es leitet sich von dem hochdeutschen Wort "politisch" ab, das im 17. Jahrhundert im übertragenen Sinne als Schlagwort für französisches Benehmen stand und soviel wie "geschickt" oder "pfiffig-verschlagen" meinte.

P-Liner Ein P-Liner gehört zur Flotte der Reederei Ferdinand Laeisz (gesprochen Leiß). Bis heute beginnen alle Namen ihrer Schiffe mit einem "P", und die noch zu Dampfschiffzeiten auf die Reise gehenden "Pamir", "Passat", "Peking", "Potosi" oder "Preußen" machten die "Flying-P-Linie" legendär. Die schnellen "Salpeter-Clipper" waren im Liniendienst nach Chile eingesetzt und umfuhren somit regelmäßig das Kap Hoorn. Sitz der Firma ist der Laeisz-Hof an der --» Trostbrücke. Auf dem 1898 fertiggestellten Gebäude ist von der gegenüberliegenden Fleetseite aus ein Pudel auf dem Dach zu sehen. So hieß das erste Laeisz-Schiff, und so lautete zugleich der innerfamiliäre Spitzname von Sophie Laeisz (1831-1912), der Schwiegertochter des Firmengründers, die wegen ihrer aufgetürmten Lockenfrisur so genannt wurde.

plöör sind Kaffee, Grog oder sonstige Getränke, wenn sie zu dünn sind, also lediglich eine "Plörre" darstellen.

Plünnen ist ein Begriff für Lumpen oder zerschlissene Kleidung, aber ebenso ein geringschätziger Ausdruck für Kleidung oder Stoffe allgemein. "An- und ausplünnen" steht für die hochdeutschen Verben "an- und ausziehen".

Plünnenhöker zogen noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts mit Handwagen durch die Straßen und nahmen verwertbare Kleider oder Stoffreste, aber meist auch allgemein Altmaterialien an. Im Hamburgischen Wörterbucharchiv ist einer ihrer Ausrufe überliefert: "Plünn un Knocken, ohle Buddel, oles Esen" (= Eisen). Alles wurde in den "Plünnkeller" verbracht, den Raum, der meist tatsächlich in einem Keller lag und als Lager-, Verkaufs- und Wohnraum zugleich diente.

Plünnkreuzer ist ein Spottname für Faltboote, die im Sommer auf Hamburgs Wasserwegen und vor allem in den Vierlanden oder im Alten Land unterwegs sind. Er leitet sich ab von dem Stoff, mit dem die zerlegbare, den Schwimmkörper bildende Holzkonstruktion des Bootes überzogen ist.

Pöseldorf "Pöseln" hat ähnliche Bedeutung wie das Wort "püttjern" und meint das mehr oder eher weniger effektive, aber liebevolle "vor sich hin Basteln oder Schrebern" oder das "Herumpusseln". Daß ein solcher Begriff dem heute so exklusiven Viertel an der Alsterseite auf der Grenze der Stadtteile Harvestehude und Rotherbaum in Höhe Mittelweg/Milchstraße einmal den Namen gab, lag möglicherweise daran, daß es hier bis ins 19. Jahrhundert viele kleine Grundstücke und Gärten gab. Handwerker und Krämer sollen sich hier durch ihre freie Zeit gepöselt haben.

Präpositionen --» daran, darüber darauf...

PRO Zu den Verteilungsstellen und Geschäften der "PRO" ging lange Zeit halb Hamburg einkaufen. Die Abkürzung steht für den Konsum-, Bau- und Sparverein Produktions G.m.b.H. 1899 wurde er als Konsumgenossenschaft gegründet. Die Organisation sollte der besseren und kostengünstigeren Versorgung von Beziehern kleiner Einkommen dienen und hatte großen Zulauf. Nach der NS-Zeit 1946 wieder ins Leben gerufen, bekamen die deutschen Konsumvereinigungen bald die starke Konkurrenz durch Selbstbedienungsläden zu spüren. 1974 schlossen sich daher rund 100 deutsche Genossenschaften unter dem Dach der neugegründeten co op AG zusammen. Im selben Jahr wurde die PRO zur Pro Verbraucher AG umgewandelt. Seit 1998 gehört die PRO zur SPAR Handels-AG.

Proletenbagger war ein Spottname für die Paternoster, also die Personenumlaufaufzüge mit offenen Kabinen, die in Hamburgs Bürolandschaft massenweise ihre Runden drehten. Gab es für die Chefetage außerdem einen geschlossenen Aufzug, war dieser im Gegensatz zum Proletenbagger der Bonzenheber. Der erste deutsche Paternoster fuhr im 1885/86 erbauten Dovenhof, dem Prototyp des Hamburger --» Kontorhauses (1967 abgerissen). Ein Jahr später gab es bereits neun weitere, und von den 1936 in Deutschland gezählten 679 Anlagen lief etwas mehr als die Hälfte allein in der Hansestadt. 1890-98 notierte die Polizei 29 Unfälle, fünf davon mit tödlichem Ausgang. Heute gibt es noch 44 Paternoster in Hamburg.

Prüntje ist ein in Hamburg verbreitetes Wort für den Priem, das Stückchen Kautabak, das man sich "achter de Kusen" schieben kann (hinter die Backenzähne, siehe --» Kuse). Beide Begriffe haben ihren Ursprung in dem niederländischen Wort für Pflaume. "Prüntje" kann zugleich etwas ganz Kleines von geringem oder gar keinem Wert bezeichnen. Wenn ein Kind ein Prüntje im Mund hat, dann ist der Bissen Fleisch gemeint, auf dem es schon ewig herumkaut. Ein "Prüntjer" kann also auch ein Langsamesser sein. "Prüüntje-Böhn" wurde der 2. Rang des St.-Pauli-Theaters genannt, dessen früher heißbegehrte, unnumerierte "billige Plätze" (auf schmalen, harten Holzbänken) erst 1969 gegen Klappsessel ausgetauscht wurden.

püttjern ist der plattdeutsche Ausdruck für "töpfern" (Pütten = Töpfe). Wer in Hamburg jedoch "Püttjer" genannt wird, ist zumeist jemand, der sich in Kleinarbeit verliert, daher wenig produktiv ist und somit nur noch "rumpüttjert". Der "Püttjerbüdel" wird mit seiner Arbeit nicht nur diesmal nicht, sondern eigentlich niemals fertig. Zwei weitere Bedeutungen des Verbs sind "beim Ein- oder Ausgießen oder Trinken Flüssigkeiten verschütten" und, wie im Hamburgischen Wörterbucharchiv herausgefunden wurde, "von einer Eisscholle zur anderen springen".

Pulvermanns Grab wird wegen ihrer besonderen Schwierigkeit eine Sprungkombination beim Deutschen Springderby in Klein-Flottbek genannt (1,40 Meter Steilsprung, Wassergraben, 1,20 Meter Aussprung). Namengeber war der "Vater" des Klein-Flottbeker Parcours, der Hamburger Kaufmann und leidenschaftliche Reiter Eduard F. Pulvermann. 1940 wurde er wegen angeblicher "Heimtücke" und Spionage verhaftet, 1943 aber freigesprochen. Dessen ungeachtet nahm ihn die Gestapo sofort fest und verbrachte ihn ins Konzentrationslager Neuengamme. Pulvermann starb am 9.4.1944 im Gefängnislazarett Langenhorn.

Purnpesel ist eine von vielen volkstümlichen Bezeichnungen für den Rohrkolben, die hohlschäftige Pflanze, die in den Marschgebieten an Gewässern wächst und auch als Zimmerschmuck Karriere machte. Andere Namen sind "Kanonen-" oder "Lampenputzer". Einem etwas deftigeren Bild verdankt der Begriff "Pumpesel" ("Pompese") seine Entstehung: Er leitet sich ab von "Bommpesel", einer Abschleifung von "Bullenpesel", und bedeutet also nichts anderes als "Bullenpenis".

Purks bezeichnet einen kleinen, vielleicht sogar noch Windeln benötigenden Jungen, aber auch ein kleingewachsener Mann, ein Knirps, kann gemeint sein.

Puschen ist in ganz Norddeutschland häufig als Kurzwort von "Pampuschen" für (Filz-)Pantoffeln oder Hausschuhe zu hören. Das Wort stammt ursprünglich von weit her, nämlich aus dem Arabischen (Babusch), und gelangte über das Französische "babouche" in die deutsche Sprache zwischen Nord- und Ostsee. Auch in Hamburg ergeht mit "Komm in die Puschen!" die Aufforderung, sich gefälligst ein bißchen zu beeilen.

Pust di man nich up! --» Pedd di man nich up'n Slips

Putzbüdel war ein früher gängiger Begriff für "Friseur" der natürlich in dessen Hörweite möglichst vermieden wurde. Als es noch üblich war, daß Friseure auch Barbiere waren und die Morgenrasur anboten, hießen sie im Volksmund auch Babutz, Bartschraper oder Schnutenfeger.

Putzlaputz gelangte aus dem Plattdeutschen in das Hamburger Hochdeutsch und bezeichnet im positiven Sinne einen Alleskönner und zumeist einen guten Hand- oder zumindestens Heimwerker, der einfach "alles hinkriegt". Weiter ist es ein geringschätziger Ausdruck für ein "Mädchen für alles", das für die anspruchslosen Haushaltsarbeiten zuständig ist. Eine Mutter z.B. könnte mit der unmißverständlichen Feststellung, sie sei doch kein "Putzlaputz", ihre fernsehguckenden Kinder auffordern, doch gefälligst mal den Müll runterzutragen, aufzuräumen oder eben zu putzen.

Puvogel ist der plattdeutsche Name des Pfaus.