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machen In Geschäftsangelegenheiten galt der Begriff "machen" als Ausdruck für "geschickt jemanden übervorteilen". Carl Reinhardt gibt in seinem 1866 erschienenen Roman "Der 5. Mai", der um die Zeit des --» Großen Brandes von 1842 spielt, einen Einblick in das Leben der Hamburger Kaufmannschaft. Wenn es in einem --» Kontor gelungen war, den Geschäftspartner auszutricksen, wußten die entsprechenden Kreise bald, wer wen wie und womit "gemacht" hatte. Sofort ging die Runde: "Meier ist von Behrens mit einer Ladung Reis gemacht worden", oder: "Ich habe Schulzen mit den Heringen gemacht." Wer gemacht wurde, war also das ganze Gegenteil von einem gemachten Mann nach heutigem Sprachgebrauch. |
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maddelig ist der Hamburger, wenn er sich matt, müde oder ganz allgemein schwach fühlt. |
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man ist ein kleines, aber wegen seiner unzähligen Anwendungsmöglichkeiten "man" sehr wichtiges Wörtchen (gerade stand es für "doch" oder "schließlich"). In "Der sollmir ma nich dumm komm'n!" bedeutet es "nur" oder "ja" und wirkt verstärkend, ebenso in "Man bloß nich hinsehn!" oder "Man jah nich anfassn!". "Das is man noch nich alles an verschiener bedeutungk!" ("man" für "aber"). So kann z.B. "Tu man!" sowohl die Ermunterung zu einer Tat ("Sicher, das solltest du unbedingt tun!") ausdrücken als auch ein "Meinetwegen, wenn du es unbedingt tun willst". Auch hier macht man der Ton die Musik ("man" für "also"). Wenn es über einen Dritten heißt "Laß ihn man!", könnte "machen" ergänzt werden, und wie beim vorigen Beispiel wäre entweder die Einschätzung geäußert, daß der Betreffende durch sein Können die Sache "schon schaukeln" beziehungsweise durch sein Nichtkönnen "schon baden gehen" werde. |
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man sinnig bekommt zu Ohren, wer in einer Sache unangemessen stürmisch vorgeht und es gefälligst "Immer mit die Ruhe!" halten soll (vergleiche --» man und --» suhtje). |
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Man tau! wird in Hamburg eher wie "Man too" oder "Man tou" gesprochen und ist wohl die plattdeutsche Kurzfassung des Schnacks, der im wesentlichen dem hochdeutsch-hamburgischen (Denn) man zu entspricht. |
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Man zuh! ist die Kurzfassung von "Denn man zu." Zugleich lautet so ein alter Kinderspruch oder, seiner Anwendung entsprechend, genauer: eine infantile Bettelformel. "Ooch, man zuh, man zuh, wir wolln nochma auf'n Dom!" Auf hochdeutsch würde es also "Bitte, bitte" heißen und "Laß uns doch noch einmal auf den Dom gehen!". |
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mang oder mittenmang heißt "zwischen" oder "unter" ("und mit eins war ich mittenmang bei die Leute inn Schlußverkauf"). Im Englischen ist es als "among" anzutreffen. |
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Mann inne Tünn! lautet ein alter Ausruf des Erstaunens oder der Bekräftigung der Größe, der Bedeutung oder auch der Bewunderung einer Sache. Der "Mann in der Tonne" kann in Hamburg "Alle Wetter" oder "Donnerwetter" ersetzen und ist in der Jugendsprache noch fest als "Mannomann" verankert. |
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Markt Die Benennung eines Areals als "Markt" muß in Hamburg nicht unbedingt bedeuten, daß dort etwas gehandelt wird oder wurde. "Markt" und "Platz" werden hier nämlich bedeutungsgleich verwandt. So gab es weder auf dem Gänsemarkt, dem Rathausmarkt oder dem Zeughausmarkt regelmäßig etwas zu kaufen. Einen Sonderfall stellt die Straße Rödingsmarkt dar, deren seit dem 13. Jahrhundert geltende Bezeichnung sich von "Rodigesmarke" ableitet. "Mark" steht in diesem Fall für Grenze, und zwar die des Geländes eines Mannes namens Rodiger (Rüdiger). |
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Matjes ist eine aus dem Niederländischen stammende Bezeichnung für den jungen, noch nicht geschlechtsreifen Hering, der von Mitte Mai bis Anfang Juni vor schottischen und irischen Küsten gefangen wird. Vor allem mit Pellkartoffeln und einer Apfel-Zwiebel-Sahnesoße ("nach Hausfrauenart") ist er ein in ganz Norddeutschland verbreiteter Leckerbissen. Für Hamburger empfiehlt sich ein Ausflug Mitte Juni nach Glückstadt, wenn hier die Eröffnung der Matjessaison gefeiert wird und der Fisch in vielen Variationen auf den Tisch kommt. |
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Mehrere kleine aus machen kann man aus jeder beliebigen Sache, die im blumigen Gespräch als besonders groß und gewaltig geschildert werden soll wenn man will, auch aus lebendigen Dingen: "Der Kerl war sonn Schrank, da kannssu mehrere kleine aus machen!" |
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Meile Alten Landes, Erste bis Dritte Das Alte Land erstreckt auf einer Länge von ca. 25 Kilometern und auf einer Breite von bis zu acht Kilometern am Südufer der Elbe von der Süderelbe bis zur Schwinge nach Stade. Es wird von den zwei Flüssen Lühe und Este in drei gleich große Gebiete unterteilt, die "Meilen" genannt werden. Die Erste und Zweite Meile liegen zwischen Schwinge, Lühe und Este und gehören zu Niedersachsen. Der größte Teil der Dritten Meile zwischen Este und Süderelbe liegt mit den Orten Francop, Neuenfelde und Cranz auf hamburgischem Gebiet und gehört zum Bezirk Harburg (seit 1948 heißt auch eine Straße im Stadtteil Neugraben-Fischbek "Dritte Meile"). Das Alte Land ist geprägt vom Anbau von Obst, das in Kühlhäusern monatelang frisch bleibt. Nur kurze Zeit dagegen ist im späten Frühjahr der Augenschmaus zu genießen, wenn im Alten Land die über zwei Millionen Obstbäume blühen. |
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"Mein Feld ist die Welt" stand in großen, goldenen Buchstaben über dem Portal eines 1903 am Alsterdamm, dem heutigen Ballindamm, fertiggestellten Verwaltungshauses. Es gehörte der 1847 gegründeten Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG), die sich selbst Hamburg-Amerika-Linie nannte. Der Spruch war das Motto ihres Direktors Albert Ballin (1857-1918), unter dessen Leitung das Unternehmen zur größten Privatreederei der Welt wurde. Besonders erfolgreich war sie im Geschäft mit der Auswandererbeförderung in die USA. 1970 entstand durch Fusion mit dem Norddeutschen Lloyd Bremen die Hapag-Lloyd AG. Der berühmte Spruch blieb erhalten und ist noch heute in der Eingangshalle des stark erweiterten Gebäudes an der --» Binnenalster zu lesen. |
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meinswegen ist schönstes --» Missingsch und bedeutet natürlich nichts anderes als das hochdeutsche "meinetwegen". |
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melanklöterig fühlt sich, wer tieftraurig und somit melancholisch ist. "Melan" stammt übrigens aus dem Altgriechischen und bedeutet "schwarz" (melancholisch = schwarzgallig). |
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Meßberg Der Name des Platzes in der Hamburger Altstadt in der Nähe der gleichnamigen U-Bahn-Station ist als "Mesberch" seit 1458 belegt. Die Gegend war wegen des niedrigen Niveaus der Marsch an dieser Stelle besonders durch Überflutung gefährdet. Daß die Namengebung daher rührt, daß die Bewohner sich hier auf ihrem eigenen Mist buchstäblich in die Höhe gewohnt hätten, ist nicht zu belegen. Zusammen mit dem Hopfenmarkt war der Platz zunächst Hamburgs traditioneller Großmarkt für Gemüse aus den --» Vierlanden. Hier drängten sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts über 400 Anbieter. 1911 siedelte das Markttreiben auf den nahe gelegenen Deichtorplatz über. |
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Mette oder Mettke ist der plattdeutsche Name für den Regenwurm. |
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Mi sagen die Hamburger Kinder für das Mal, an dem beim Versteckspiel erst abgezählt (--» abgemält) und sich dann freigeschlagen wird. |
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Michel ist der allgemein gebräuchliche Kurzname für die Hauptkirche St. Michaelis, das prominenteste Hamburger Wahrzeichen. Sie steht in der Neustadt, oberhalb des Hafens zwischen Krayenkamp und Ludwig-Erhard-Straße. Ihr Turm mißt 132 Meter und gewährt von seinem offenen Säulenumgang in 82 Meter Höhe, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt, den Hafen und weit die Elbe hinab. Schon der erste, 1661 fertiggestellte Bau wurde 1750 durch ein Feuer zerstört, und 1906 bot der lichterloh brennende und schließlich einstürzende Turm des Michels zum Entsetzen der ganzen Stadt ein zweites Mal das tragische Schauspiel seiner Vernichtung. Auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche, die zu den bedeutendsten barocken Sakralbauten Norddeutschlands gehört, stark in Mitleidenschaft gezogen. 1996 wurde die Turmsanierung abgeschlossen, und nun müssen die Hamburger nur noch abwarten, bis Wind und Wetter das Kupferdach wieder mit der altvertrauten grünen Patina überzogen haben. |
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Mietje ist eigentlich das plattdeutsche Wort für "Mariechen", die Koseform von Maria. Der Name diente im 19. Jahrhundert als abfällige Bezeichnung für die Arbeiterinnen der rasch wachsenden Industrie, vor allem der Nahrungs- und Genußmittelproduktion. Wie schlecht es diesen armen Mietjes gehen konnte, zeigt, daß "Mietje" auch für Prostituierte verwendet wurde (--» Slamaitjenbrücke), |
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Missingsch war ursprünglich eine in Hamburg ganz typisch klingende Vermischung von Hochdeutsch mit Plattdeutsch, die im 19. und bis ins 20. Jahrhundert vor allem in den Hafen- und Arbeiterstadtteilen zu hören war. Sie will eigentlich Hochdeutsch klingen, verrät jedoch durch Wortwahl, Aussprache und Satzbau den im Plattdeutschen beheimateten Sprecher. Ihre Verbreitung nahm in den letzten Jahrzehnten stetig ab und ist heute so gut wie verschwunden. "Missingsch" ist auch als "messingsch", "missensch", "mischens" und "mysensch" schon im 15./16. Jahrhundert belegt. Eine naheliegende Wortherkunft wäre die Verbindung mit Messing, die durch "vermischen" von Metallen hergestellte Legierung. Vieles aus dem "Missingsch" hat sich jedoch in Spracheigenheiten des inzwischen stark bereinigten "Hamburger Hochdeutsch" erhalten. Sie hat der Schriftsteller Dirks Paulun (1903-76) in einer Art selbst entwickelter Freistil-Schriftsprache in vielen Buch- und Zeitungspublikationen sehr gut nachvollziehbar als "sein Missingsch" praktiziert und dokumentiert. Somit ist das eigentlich ausgestorbene Missingsch zur Bezeichnung des einfachen, direkten Hamburger Straßenjargons geworden, der in seiner breiten, gemütlichen Aussprache besonders auf St. Pauli an vielen Ecken zu hören ist. Auch Vera Möller verwandte dieses "Missingsch" für ihre Nacherzählungen der Geschichten von --» Klein Erna. Zur Erklärung, wie Pauluns Missingsch denn zu schreiben sei, ließe sich formulieren: "Stellimafoa, ain schraip so, wie er sprich" (Stell dir einmal vor, einer schreibt so, wie er spricht) oder: "Hassas in vorigen Satz sehn, wie in Hamburch Wörter in'nanner verschmelzen?" (Hast du das ... ). Der dritte Band von Pauluns vierteiligen und damals äußerst erfolgreichen "Studien in Hamburger Hochdeutsch" heißt "Wommasehn". Er beginnt mit dem gleichnamigen Gedicht, in dem es über Paulun und "sein Missingsch" selbst geht: "Oppich weite son Missingsch schreip? Wommasehn! Denks fescheinch, ich happs geschaff weil Missingsch direck ein soiche geworm is unt schnein sich viele ausse Zeitunk ode kaufn mein Büche. Unt denn knohbln sie dran rum unt schüttln'Kopp übe frückte Worte unt laufn rum unt frahng jehn, wassas wohl heißn kann. Dabei is fleich nur ein Druckfehler. Abe stellimafoe: ich mach sons mah pah gute Verse klein niedlichs poehtisches Gedich in prihma Hochdoitsch unt will das nu auch mah gedruckt hahm! Denn mussich meist beikomm unt muß das eers in Paulunisch übesetzn, damittes mein Velehge mit ins Buch nimp. Abe ein Guhtes is da je bei, in diese Form wirzjehnfallz gelehsn, unt kannsein geht mehr zu Herzen, als wennz in fetelichn Schriftdoitsch da stenne." |
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mit eins ist die hamburgische Variante von "auf einmal" und wird dementsprechend im Sinne von "unversehens" oder "plötzlich" angewandt. |
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mittenmang --» mang |
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Moin heißt auf hochdeutsch "Morgen" und dient als die Universalbegrüßung an der deutschen Ost- und Nordseeküste sowie in den Landen dazwischen. Auch in Hamburg ist sie "appunzuh"zu hören. Wie sie ausgesprochen wird, hängt natürlich von jedem einzelnen und seiner augenblicklichen Gemütsverfassung ab. Wenn aber die Verdopplung "Moin, moin" erklingt, wird sie eher selten über eine träge, schlechtgelaunte Zunge gegangen sein. |
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Mooktwi! ist ein plattdeutscher Schnack,der hochdeutsch "machen wir" heißt und bei entsprechender Betonung dem dienst- und eilfertigen "wird erledigt" gleichkommt (vergleiche --» Geht los!). Eher dämpfend und wohl mit weniger Arbeitsfreude heißt es: "Mookwi-dookwi". |
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Mors ist das plattdeutsche Wort für "Hintern" oder den derberen Saft- und Kraftausdruck "Arsch". Die besondere Bedeutung dieser vier Buchstaben für die Hansestadt leitet sich von dem vermutlich noch ewig und drei Tage existierenden Schnack --» Hummel, Hummel mors, mors ab (vergleiche auch "Klei di an'n Mors" im Stichwort --» kleien). |
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Mottenburg ist ein im 19. Jahrhundert aufgekommener volkstümlicher Name für Ottensen. Die bekanntere Herleitungsvariante ist der Vergleich der von Tuberkulose zerstörten Lungen der Ottenser Glasarbeiter und Zigarrendreher mit Mottenfraß. Sie hatten unter extrem schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen zu leiden, und besonders der Glasstaub wirkte sich fatal auf die Gesundheit der Schleifer aus. Eine zweite Deutung legt die Berliner Polit-Gesangsposse "Die Mottenburger" (gemeint sind: die Charlottenburger) zugrunde. Sie war 1868/69 auch im Thalia Theater zu sehen und thematisierte für jedermann offensichtlich Politintrigen von der Art, wie sie auch in Ottensen an der Tagesordnung waren. |
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mucksch ist auch in Hamburg ein geläufiger Ausdruck für " schlecht gelaunt sein". Wer mucksch ist, setzt ein eingeschnapptes bis grimmiges Gesicht auf. Man sagt, wenn Oberhaupt etwas, nur das Nötigste und schon gar nichts zu der Person oder Sache, die den Ärger verursachte. Bei Kindern kann "mucksch" auch "maulig sein" bedeuten und somit eine mildere Form der "Bockigkeit" bezeichnen. |
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muddelig und muddeln Muddeliges Wetter ist an und für sich schon trübe und wird vielleicht bald schlechter, Auch "unsauber" und "unordentlich" kann "muddelig" bedeuten. Kein Wunder also, daß ein muddeliger Mensch schnell etwas --» vermuddelt, nämlich verliert. Wer sich durch eine Sache durchmuddelt, der wird sie irgendwie schon auf seine Weise hinkriegen. Beim Muddeln kommt kein Dritter zu Schaden, weshalb es vielleicht als die harmlose Variante von --» tschintschen bezeichnet werden könnte. |
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Mühlstein wird inoffiziell die traditionelle Halskrause der Pastoren im Kirchenkreis Alt-Hamburg (und in Lübeck und Eutin) genannt. Sie herzustellen und instand zu halten ist ein kleines Kunststück, das nur noch eine Handvoll Textilnäherinnen beherrschen. Jede der in zwei Lagen umlaufenden 100 Tollen muß einzeln und bis zu sechsmal mit speziellen Heizstäben bearbeitet werden. Die Mühlsteine waren auch Teil der bis 1919 bei offiziellen Anlässen getragenen schwarzen Amtstracht (Ornat) der Mitglieder des Senats. Sie war dem historischen spanisch-niederländischen Vorbild nachempfunden und bestand ferner aus einem mit Astrachanpelz besetzten geschlossenen Umhang, Kniehosen, Schnallenschuhen und dem schweren, nicht als Kopfbedeckung zu nutzenden und daher unter dem Arm getragenen Hut. Die Mühlsteine um den Hals der Senatsmitglieder hatten übrigens eine dem höheren Rang der Stadtväter gegenüber den Geistlichen verpflichtete dritte Lage Tollen. |
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Mümmelmannsberg --» Bunny-Hill |
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Mütze voll Wind sagen Segelschiffer, wenn sie "wenig Wind" meinen. Wer dagegen die "Mütze voll Wind nimmt", der prahlt nicht durch Über-, sondern durch Untertreibung. |
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Murks bezeichnet etwas Wertloses, z.B. eine halbherzig ausgeführte Sache und generell Pfuscharbeit. "Murksbüdel" ist ein Schimpfwort und könnte wie "Taugenichts" verwandt werden. |