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Kaffeeklappen war der inoffizielle Name der Volksspeise- und Kaffeehallen im Hamburger Hafen. Im Gegensatz zum Angebot des --» Fleegenweerts gab es hier nur alkoholfreie Getränke und warmes Essen. Nach dem Beispiel der 1885 vom Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke in der Wexstraße eingerichteten Halle eröffnete der 1887 gegründete Verein für Volkskaffeehallen mehrere im Hafengebiet. 1959 waren noch fünf Haupt-, neun Nebenkaffeehallen und vier Verkaufsstände in Schuppen in Betrieb. Die letzte Kaffeeklappe am Kaiser-Wilhelm-Hafen schloß 1985, und die Arbeiter waren wieder auf die Thermoskanne (Kaffeetäng) angewiesen (siehe auch --» Zampelbüdel). |
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Kaifu ist das Kurzwort für die 1912 zu Ehren des deutschen "99-Tage-Kaisers" Friedrich 1. (1831-88) benannte Straße Kaiser-Friedrich-Ufer. Sie verläuft entlang dem Isebekkanal in den Stadtteilen Harvestehude und Eimsbüttel. Einige der hier Gewerbetreibenden haben das prägnante "Kaifu" in ihre Firmennamen aufgenommen, und auch die Schule und das Schwimmbad an der Straße nennen die Hamburger "Kaifu". |
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kandidel steht plattdeutsch für "froh", "lustig" oder "gut aufgelegt". Das davon vermutlich abgeleitete Tätigkeitswert "kondideln" muß wohl von Leuten geprägt worden sein, die beim Genuß von süßem Gebäck, Kuchen und Torten äußerst kandidel wurden, denn "kondideln" heißt nichts anderes als "eine Konditorei besuchen". |
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Kaninchenfutter --» Zampelbüdel |
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Kap Kiekut --» Altonaer Balkon |
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Karoviertel oder Karolinenviertel wird der Teil St. Paulis westlich der Karolinenstraße zwischen Feldstraße und der Verbindungsbahn am Sternschanzenbahnhof genannt. Der Bestand an Wohnhäusern noch vom Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Zweiten Weltkrieg nur wenig dezimiert. Zum Karoviertel gehören das 1989 stillgelegte HEW Heizkraftwerk "Karoline" sowie der Zentralviehmarkt und der Zentralschlachthof. Das Karoviertel ist durch Hausbesetzungen, Spekulationsgeschäfte, weitreichende Sanierungspläne und besonders hohen Ausländeranteil schon häufig Gegenstand der öffentlichen Diskussion gewesen. |
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Karpfenschnut ziehen oder Flunsch ziehen Mit gesenktem Blick, vorgeschobener Unterlippe und krauser Stirn ziehen Kinder eine Karpfenschnut oder eine Flunsch. Sie sind trotzig-eingeschnappt und spielen die "beleidigte Leberwurst". Wenn es sich um Essen beziehungsweise um die Verweigerung eines Gerichts handelt, wird das Kind ermahnt, nicht so --» krüsch zu sein. |
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Kaukau - gern auf der ersten (!) Silbe betont - lautete früher die weitverbreitete Aussprache für Kakao. In Vorfreude auf den leckeren Trunk halten sich Kinder auch heute nicht lange mit der korrekten, zweifellos doch sehr --» vigelienschen Aussprache auf. |
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Kehrwieder heißt eine Straße auf der durch Zollkanal und Binnenhafen von der Stadt getrennten Kehrwiederinsel. Sie ist der westliche Teil der alten Brookinsel (den östlichen bildet die Wandrahminsel). Der Name leitet sich vermutlich davon ab, daß man, einmal bei der Kehrwiederspitze angekommen, buchstäblich wieder umkehren mußte. Dies änderte sich erst 1878 mit dem Bau der Niederbaumbrücke als Verbindung zum --» Baumwall. Das dicht mit Hamburger Bürgerhäusern bebaute Kehrwiederviertel mußte ab 1883 dem Bau der Speicherstadt weichen. |
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Kemmsche Kuchen oder Braune Kuchen sind eine Hamburger Spezialität, die jedoch ursprünglich aus Altona stammt. Die ersten der dünnen rechteckigen Kekse wurden 1782 in der Altonaer Bäckerei und Konditorei Kemm in Sirup und mit intensivem Gewürz-Aroma gebacken. Bis 1889 wurde das Rezept innerhalb der Familie vererbt. Der spätere Hersteller gab 1994 seinen Lokstedter Betrieb auf, Traditionsname und Rezept wurden an ein Krefelder Unternehmen verkauft. |
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Ketelklopper --» Schwarze Gang |
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Kiek mol wedder in lautet die zum Abschied ausgesprochene plattdeutsche Aufforderung, einmal wieder vorbeizuschauen ("Guck mal wieder rein"). |
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Kieker ist das plattdeutsche und seemännische Wort für Fernrohr beziehungsweise Fernglas. "Sie hat ihn schon lange auf dem Kieker" bedeutet, daß sie ihn schon lange beobachtet, vermutlich ohne daß er davon weiß. |
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Kiez Wer in Hamburg "auf'n Kiez geht", steuert das links und rechts der --» Reeperbahn in St. Pauli gelegene Vergnügungsviertel an (--» St. Liederlich). Die vermutlich im frühen Mittelalter im slawisch-nordostdeutschen Siedlungsraum entstandene Bezeichnung "Kiez" (oder Kietz) meinte zunächst kleine, Burgen vorgelagerte Siedlungen niederer Dienstleute. Später wurde daraus umgangssprachlich spöttelnd: "ärmliche Vorstadt". Zu später Stunde verläßt man den Kiez mit dem Nachtbus (600er Linien Richtung Rathausmarkt) oder Sonntag morgens mit der S-Bahn, wer noch größere Ausdauer hat, erst nach einem Besuch auf dem --» Fischmarkt. |
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Kirchspiele hießen früher die einzelnen Teile des nach Kirchengemeinden aufgeteilten Stadtgebiets. Ihre Namen waren die ihrer Hauptkirche. Im 17. Jahrhundert kam mit St. Michaelis ein fünftes Kirchspiel hinzu. An einem überlieferten Spruch läßt sich eine Grundtendenz der Sozialstruktur im alten Hamburg des 17./18. Jahrhunderts nachempfindend: |
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Klacks "dat is 'n Klacks for 'n Hamborger Jung", heißt es in dem bekannten Hamburger Lied, in dem zuvor besungen wird, wie der betreffende Jung beim Spiel mit dem --» Tüdelband erst mit dem Kopf auf den Kantstein fällt und sich dabei noch gehörig auf die Zunge beißt! Ganz im Gegensatz dazu bezeichnet der Klacks in der Regel jedoch eine Kleinigkeit, ein kleines bißchen. "ls doch 'n Klacks" meint eine Angelegenheit, die ohne großen Aufwand zu erledigen ist. Wer im Bericht über eigene Taten von einem Klacks spricht, gerät leicht in den Verdacht, die Mütze voll Wind zu nehmen, also durch Untertreibung zu prahlen. "Den Kolbenfressä in mein Gelännewoogen habbich ratzfatz repperiert, war doch 'n Klacks." Sollte sich jedoch herausstellen, daß der Motor doch nicht wieder ganz "assrein" (astrein) lief, hat der Angeber bei der Reparatur gepfuscht und somit "Klacksarbeit" gemachte "klacksen" heißt auch "kleckern". |
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klarnüstern oder klamüsern ist plattdeutsch und heißt soviel wie "über etwas nachdenken" oder "grübeln". Wer jedoch "was ausklamüstert", heckt etwas aus und schmiedet Pläne. |
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kleien heißt auf hochdeutsch "kratzen". Das Wort ist vor allem in Verbindung mit einem "Fluch" von Bedeutung. |
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Klein Erna ist der Name einer Hamburger --» Deern, um die sich die von der Schriftstellerin und Zeichnerin Vera Möller (eigentlich Mohr-Möller, 1911-1998) gesammelten Geschichten drehen. Sie sind abgefaßt in --» Missingsch und handeln zumeist von Alltagserlebnissen Klein Ernas oder ihres jüngeren Bruders Klein Bubi, die häufig als Dialogreden mit der Mutter, Frau Pumeier, geschildert werden. Die beiden ersten Klein-Erna Bände erschienen 1939/40, weitere Bände und Auflagen folgten seit 1949/50, darunter auch die in den 50er Jahren erschienene vier- und später fünfbändige Ausgabe "Klein Erna in Tüte". Im vierten Band findet sich "In Taaliatiater": |
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Klein Jerusalem war der volkstümliche Name für das Grindelviertel. Es liegt im Stadtteil Rotherbaum und entspricht in etwa dem Universitätsviertel. Die Benennung als "Klein Jerusalem" ist darauf zurückzuführen, daß hier vor Beginn der NS-Zeit ein Großteil der fast 17000 Hamburger Juden lebte. Im Grindelviertel lagen neben anderen auch die Hauptsynagoge, deren Grundriß im Belag des Joseph-Carlebach-Platzes eingelassen ist, die Talmud-Tora-Schule und das Haus des Jüdischen Kulturbundes, - es beherbergt heute die Hamburger Kammerspiele. Bis 1945 war die Gemeinde durch Emigration und vor allem durch die Judenverfolgung der Nationalsozialisten auf knapp 650 Mitglieder zusammengeschmolzen, und so hatte auch "Klein Jerusalem" in dem von Bomben teilweise stark zerstörten Grindelviertel endgültig aufgehört zu bestehen. |
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Klöben Das plattdeutsche Wort "klöben" (oder klöven) bedeutet "spalten" oder "teilen" und läßt sich bis ins Altsächsische zurückverfolgen. Was beim Klöben gespalten aussieht, ist der (Hefe-)Teig für ein leckeres Festgebäck (--» Stuten). Mit Rosinen, Korinthen, Gewürzen und mit viel Butter und Zucker versehen, wird der dicke Teig ausgerollt und nach innen zusammengeklappt. Dadurch entsteht beim Backen in der Mitte der typische Spalt. |
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klönen wird das behagliche Plaudern genannt. Wenn sich zwei gute Bekannte treffen, halten sie erst mal einen kurzen Klönschnack. Wie jedoch bei Michael Richey aus dem alten Hamburg überliefert ist, hatte das Wort im 18. Jahrhundert durchaus die gegenteilige Bedeutung von einem gemütlichen Plausch, zumindest für einen der Gesprächspartner. Wer sagte, "er klöhnt mi de Ohren vull", beschwerte sich, daß er von seinem Gegenüber mit Jammern und Klagen über Gebühr belästigt wird. |
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klöterig steht plattdeutsch für etwas, das zusammenschlägt, das klappert. Wer sich "klöterig" fühlt, dem geht es schlecht. Vielleicht fühlt man sich klapprig, die Knochen "klötern" aneinander, oder man ist --» breegen- oder --» melanklöterig. "Klötern" bezeichnet allerdings auch das Geräusch, das beim --» pischern gemacht wird. "Geklötert" wird aber auch von den Kindern, wenn sie während des Spiels ständig and der Haustür klingeln. Aus dem Hamburger Sprachgebrauch des 18. Jahrhunderts überlieferte Michael Richey "klöterig" auch in der Bedeutung von "ärmlich" oder "unreinlich". |
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Klookschieter ist plattdeutsch und bezeichnet jemanden, der sehr viel redet und stets alles besser zu wissen glaubt. "Klook" bedeutet hochdeutsch "klug" (--» Schiet). |
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Klüsen heißen die Öffnungen an der Bordwand, durch die die Taue zum Festmachen des Schiffes führen. Die Ankerkette verläuft durch die "Ankerklüsen". An Land steht der Begriff auch umgangssprachlich für die menschlichen Augen. Wer "dicke Klüsen" hat, hat zumeist am vorigen Abend zuviel gefeiert oder sich ein blaues Auge geholt. "Mok de Klüsen dicht" kann auch heißen, daß man jetzt endlich die Augen schließen und schlafen soll.; |
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Klüten heißen Mehlklöße im Hamburger Platt. Michael Richey kannte sie auch als "Klütjen" und dokumentierte im 18. Jahrhundert ferner die Begriffe "Roggen-" und "Weeten-Klütjen". Auf spöttische Weise wurden so die Geest- und Marschbauern voneinander unterschieden, denn in den Marschen konnte sehr viel mehr Weizen als auf der Geest angebaut werden. |
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Knacken Brot bezeichnet eine dicke Scheibe Brot, und wer einen Knacken vom Sonntagsbraten erhalten soll, dem wird ein großes Stück abgeschnitten. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war auch der "Kniebel" eine geläufige Bezeichnung dafür. |
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Koberer werden die Portiers vor den Türen von Nachtclubs auf dem --» Kiez genannt. Mit zum Teil wüsten Versprechungen versuchen sie Kundschaft in die Etablissements zu locken. "Kober" stammt aus der Gaunersprache "Rotwelsch" und heißt dort "Zuhälter". Die Fenster in der --» Herbertstraße in denen sich die Prostituierten ihrer Kundschaft zeigen, werden als "Koberfenster" bezeichnet. |
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Köksch leitet sich ab von dem Plattdeutschen Wort "Kök" (Küche) und heißt "Köchin". Kökschen gehörten noch vor 100 Jahren zu allen gehobenen Haushalten und fanden somit vor allem in den Stadtteilen Harvestehude und Rotherbaum ihre Anstellungen. |
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Köm steht für hochdeutsch "Kümmel", der wiederum bedeutungsgleich mit "Korn" und somit als Bezeichnung für einen klaren Schnaps in Gebrauch ist (--» Lütt un Lütt). "Köminsel" war noch Anfang des 20. Jahrhunderts eine gängige Bezeichnung für die kleinen Kneipen, die es früher in Hamburg an vielen Straßenecken gab (siehe auch --» Fleegenweert und --» Pieselei). |
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Köminsel --» Köm |
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kondideln --» kandidel |
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Kontor ist der ältere Ausdruck für unser heutiges "Büro". Er hat sich in Hamburg länger gehalten als anderswo und überlebte im Begriff --» Kontorhausviertel bis heute. Abgeleitet vom französischen "Comptoir", der Bezeichnung für den Schreib- und Geschäftsraum des Kaufmanns (von compter = zählen, (be)rechnen), hatte das "Kontor" seinerseits die plattdeutsche "Skrivekammer" (Schreibkammer) verdrängt. |
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Kontorhausviertel wird das in den 1920er Jahren vollends ausgebaute Quartier zwischen Steinstraße und --» Meßberg rund um den Burchard-Platz genannt. Hier stehen die massigen Bürobauten, die zu ihrer Zeit die Ausmaße gewöhnlicher Kontorhäuser um ein Vielfaches übertrafen. Bedeutend sind vor allem das --» Chilehaus, der --» Meßberg- und der --» Sprinkenhof sowie der Mohlen- und der --» Montanhof. Das erste moderne Gebäude im heutigen Kontorhausviertel entstand 1906-08 als Sitz der Landherrenschaften und der noch heute darin untergebrachten Polizeidienststelle (--» Klingberg 1), als eines der letzten wurde 1938 das Pressehaus am Domplatz fertiggestellt. |
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krall und kregel Wer krall und kregel ist, fühlt sich kerngesund und zeigt sich quietschfidel. |
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Kreek ist die Bezeichnung für einen kleinen selbstgezimmerten Schlitten, der noch bis vor wenigen Jahrzehnten besonders in Blankenese, aber auch in Marschgebieten wie Altenwerder und Finkenwerder den Kindern in Scharen ein beliebtes Wintervergnügen bot Beim "Rüschen", wie das Fahren mit der Kreek genannt wurde, konnten an den verschneiten, steilen Hangwegen und Treppen am nördlichen Elbufer Geschwindigkeiten von über 50 Stundenkilometern erreicht werden. Gesteuert wurde die Kreek, die keine Ähnlichkeit mit heutigen Rodelschlitten aufweist, mit einer langen, hinterherschleifenden Stange. Beim "Rüschen" auf ebener Strecke diente diese durch Abstoßen zugleich zur Fortbewegung auf dem vereisten Untergrund. |
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kriegen steht nicht nur für "bekommen", sondern kann auch für "zu tun haben" verwandt werden: "Mit der Sache hast du Oberhaupt nix zu kriegen!" - "Damit hab'ich nichts zu kriegen", kann auch heißen, daß der Betreffende von der Angelegenheit nichts weiß. Kinder spielen nicht "Fangen" oder "Haschen", sondern "Kriegen", und wer beim Raufen oder "Kloppen" seinen Kontrahenten nicht bezwingen, ihn nicht niederringen konnte, der wurde "runnergekricht" oder auch "übergekricht". |
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Krinten --» Stuten |
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krosch oder kroß --» rösch |
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krüsch ist --» jederein, der sich "anstellt". Vor allem Kinder können es zu hören bekommen. Aber ob klein oder groß, häufige Anwendung findet "krüsch" im Bereich der Mahlzeiten: "Iß jetzt deinen Teller leer, und sei nich so krüsch mit dem Spinat." Wenn Erwachsene gemeint sind, kann das abfällige "krüsch" eine unangenehme Spitze bedeuten. Es gibt zwei Erklärungen für die Herkunft des Wortes: Es könnte durch Buchstabenverdrehung aus "küren" (= wählen) entstanden sein und somit für "wählerisch" stehen. Die andere Deutung erkennt "krüt, krüde" (= mittelniederdeutsch für "Gewürze" und "Kräuter") als Wurzel, womit sich "krüsch" also auf jemanden bezieht, der lieber lecker gewürzte und somit teuer zubereitete Speisen essen möchte als das, was er vor sich hat. |
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Krüsel wurden die früher in den Vierländer Bauernhäusern am Krüselhaken von Decke oder Wand hängenden Tran oder Rüböllampen genannt. Die Qualität ihrer Ausfertigung und Verzierung richtete sich nach dem Verwendungszweck. Aber ob Stuben-, Kuchen- oder Stallkrüsel: ein Krüsel hing frei und war drehbar, weshalb sich sein Name auch von --» küseln oder"krüsen" ableiten könnte. |
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Kuddel Daddeldu "Kuddel" oder "Kuttel" steht für hochdeutsch "Karl" und "Kuddel Daddeldu" ist der Spottname für einen Seemann (--» Daddeldu). Der --» Ökelname ging durch den Schriftsteller Joachim Ringelnatz (1883-1934) in die deutsche Literaturgeschichte ein. Seine drastisch-humorigen Verse erschienen 1920 unter dem Titel --» "Kuttel Daddeldu" als "Mischung seemännischen Vagabundentums und anrührender Herzenseinfalt". |
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Kuddelmuddel bezeichnet ein Durcheinander. Das im 19. Jahrhundert verstärkt aufgekommene Wort hatte früher jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Bedeutungen, darunter "Trödel" oder "Menschenauflauf". Im Hamburgischen Wörterbucharchiv findet sich mit "Kuddelmuddel, nix in Büdel!" auch eine schöne Variante der Redewendung "Viel Lärm um nichts!". |
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küseln Der Wind küselt, wenn er wirbelt. Der Begriff bedeutet auch "taumeln" oder "rundherumlaufen", kursierte auch als "krüseln" und steht für das hochdeutsche "kreiseln". Der "Wasserküsel" oder "-krüsel" benennt dementsprechend einen Wasserstrudel. Mit "Krüselding" bezeichnete man schon im alten Hamburg das Kinderspielzeug, bei dem ein Kreisel durch Peitschenschläge in der Drehung gehalten wird. Der "Brummkrüsel" dreht sich als "Brummkreisel" noch heute in Kinderzimmern. |
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Kuse Die Kuse ist der Backenzahn, mit Kusen können aber auch generell die Zähne gemeint sein. Um ein --» Bontje länger zu genießen, sollte man ihn "hinter die Kusen klemmen" (siehe auch --» Prüntje). |