Ja bzw. Jä oder Tschä kann so richtig "echt" vermutlich nur richtig aussprechen, "wer unverfälschte Hamburger Luft von Kindheit an geatmet hat". So vermutete jedenfalls der erfolgreiche Theaterschriftsteller und Hamburg-Kenner Paul Möhring (1890-1976) und stellte weiter fest: "Wenn jemand nichts zu sagen hat oder nichts zu sagen weiß, sagt er wenigstens jä". Es dient auch als sprachlicher Anlauf, um sinnig auf irgendeine Überraschung vorzubereiten, oder als Pause vor einer Pointe." Wer es als --» Quiddje dennoch mit der "richtigen" Aussprache probieren möchte, sollte Jä mit einem weichem "j" wie in "Etage" sprechen und es bei "Tschä" möglichst kurz und hart angehen lassen. Dirks Paulun sinnierte zum Wörtchen "ja": "Da gibt es ein begeistertes schah, ein zögerndes djah und djeh, ein zweifelndes oder bedenkliches tsche oder tschä, ein gutmütiges joh, joho und joa".

Jackvoll Hau bloß ab hiä, sonst krichsu gleich 'n Jackvoll!" Jackvoll (oder auch Fellvoll) lautet die Hamburger Variante einer "Tracht Prügel" oder des umgangssprachlich-derberen "Arschvolls". Eine Verbform ist "verjacksen", das in seiner bösesten Ausführung von dem verjacksten Menschen nur noch --» Grus und Mus übrigläßt.

Jakobsleiter --» Gang

Jan Maat oder Janmaat ist ein scherzhaftes Ersatzwort für "Matrose". Jan Maat freut sich schon lange vor Helgoland auf Landgang und "old Hamborch".

jederein ist eine hamburgische Wortverdrehung von "ein jeder".

Jonny lautet die plattdeutsche Kurzform des Namens Johannes. Als Begriff bezeichnet es wie --» Dobbas eine große, schwere Sache, einen "dicken Brummer" (oder süddeutsch einen "Trumm"). Bei entsprechender Betonung ist in der Rede über "sonn Jonny!" oder "Was'n dicken Jonny!" auch eine die Ausmaße des bezeichneten Gegenstandes andeutende Hand- oder Armbewegung nicht notwendig.

Jungfernstieg ist der Name der bekanntesten Straße in Hamburgs Innenstadt. Sie verläuft dort, wo um 1235 der Mühlendamm angelegt wurde, der die Alster zu einem großen See aufstaute. An ihm entlangzuspazieren muß wohl vor allem eine Sache des weiblichen Geschlechts gewesen sein, jedenfalls ist der Name Jungfernstieg seit 1684 belegt. Einige Jahrzehnte zuvor waren eine breite, mit Bäumen bepflanzte Pflasterstraße und lange Spielbahnen für "palle a maglio" angelegt worden. So heißt ein italienisches Schlagballspiel, das schon in Altona gespielt wurde und sich dort bekanntlich im Namen der Palmaille verewigt hat. Auf dem Jungfernstieg empfing 1799 der erste Alsterpavillon seine Gäste, deren heutige Nachfolger Kaffee, Kuchen und Ausblick im bereits sechsten Nachfolgebau genießen. Berühmtester Stammgast im Alsterpavilion und dem unweit gelegenen Schweizer Pavillon war vermutlich der Dichter Heinrich Heine (1797-1856).

Justizforum ist der inoffizielle Name des Sievekingplatzes, weil er an drei Seiten durch Justizgebäude begrenzt wird: Zivil- und Strafjustizgebäude im Süden und Westen, das Gebäude des Hanseatischen Oberlandesgerichts an der Nordseite. Die offizielle Benennung geschah 1911 zu Ehren des langjährigen Präsidenten des Hanseatischen Oberlandesgerichts, Ernst Friedrich Sieveking (1836-1909).