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Fabrik Wer abends die Fabrik in der Barnerstraße in Ottensen besucht, betritt nicht einen Produktionsbetrieb, sondern Deutschlands ältestes Kultur- und Kommunikationszentrum. Es eröffnete 1971 in der dreigeschossigen Halle einer ehemaligen Maschinenfabrik. Bei einem Brand 1977 wurde die Fabrik im Inneren fast vollständig zerstört und erst 1979 wiedereröffnet. Neben häufigen Kunstausstellungen und Workshops gab es hier Auftritte von zahllosen Musikgruppen aus Hamburg, Deutschland und der ganzen Welt. Sie feierten ihre ersten Erfolge oder kehrten wieder einmal zurück in die insbesondere von Jazzmusikern wegen ihrer unnachahmlichen Atmosphäre geschätzten Halle. (--» "Fabrik") |
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Fatuchbezeichnet ein Wischtuch, das in der Küche zum schnellen Reinigen von Schüsseln, Tellern, Tisch- oder Arbeitsflächen benutzt wird. Richey belegt für das 18. Jahrhundert das "Vate-Dook ", "Vate" oder "Fatt" steht für "Schüssel", "Dook" für "Tuch". Das Fatuch (auch wie Fahrtuch gesprochen) ist somit aus einer unvollständigen Übersetzung ins Hochdeutsche entstanden. |
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Fauleier --» Höft, Hörn und Ort |
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Fellvoll --» Jackvoll |
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fertig mit Jack un Büx Wer in diesen Zustand geraten ist, kann nicht mehr, ist völlig am Ende und komplett fertig, und zwar samt Jacke und Hose eben. |
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Festmacher ist ein Hafenberuf. Der Festmacher sorgt für das korrekte "Anbinnen" (= Anbinden, --» Anbinner) der Schiffe an den Pollern oder den Dalben. Wenn ihm die Festmacherleine nicht zugeworfen werden kann, werden die schweren Trossen vom Schiff in ein kleines, starkes Motorboot heruntergelassen, in dem der Festmacher sie entgegennimmt. Als "Festmacher" werden auch die Leinen oder Trossen selbst bezeichnet und ebenso die Handschuhe, die der plattdeutsch "Fastmoker" genannte Arbeiter im Einsatz trägt. |
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Feudel "Aufnehmer" nennen wohl in ganz Norddeutschland nur die wenigsten ihren Scheuerlappen - in Hamburg heißt er "Feudel" oder früher "Feuel" oder "Feul". Zum Feudeln des Fußbodens wird er nicht über einen Schrubber, sondern über einen --» Leuwagen gelegt. |
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Fiete und Fietje lauten die plattdeutschen Varianten für "Fritz" und "Fritzchen", die Koseformen von Friedrich. |
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Fischkistendorf ist ein spöttelnder Name für das alte Lurup, heute ein Stadtteil im Bezirk Altona. Als infolge der Weltwirtschaftskrise 1930 viele Altonaer ihre Wohnungen aufgeben mußten, kamen zu den Schrebergärten in dem von Gartenbau geprägten Lurup weitere Laubenkolonien hinzu. Auch während des Zweiten Weltkriegs entstanden hier Behelfsheime für Ausgebombte. Vom ärmlichen Aussehen des Großteils dieser zusammengenagelten Luruper Architekturen leitete sich die Bezeichnung "Fischkistendorf" ab. |
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Fischmarkt Fisch gibt es auf dem Hamburger Fischmarkt zwar noch jede Menge, er ist aber längst nicht mehr die Hauptsache. Das bunte, frühsonntägliche Treiben erinnert eher an eine Mischung aus Flohmarkt und Volksfest. Das Ganze findet am östlichen Teil der Großen Elbstraße statt, auf dem Gelände des früheren Altonaer Fischmarkts. Auch die Altonaer Fischauktionshalle ist einbezogen. Von 4.30 bis 9.30 Uhr lockt die Veranstaltung Frühaufsteher, Nachtschwärmer vom --» Kiez und vor allem viele Touristen an, die sich zwischen Imbißbuden und Ständen mit Südfrüchten, Blumen und Flohmarktartikeln drängeln. |
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fix Das Wörtchen "fix" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet hochdeutsch eigentlich "fest" oder "sicher stehend" (fixieren, Fixstern), aber auch "schnell und gewandt". Im Plattdeutschen hat es mehrere Bedeutungen. So kann es zunächst wie das hochdeutsche "sehr" (und teilweise das plattdeutsche --» bannig) wie die hochdeutschen Wörter "tüchtig", "ordentlich", "gehörig" oder "mächtig" zur Verstärkung angewandt werden: "Der Sturz auf der --» Glitsche tut ihm immer noch fix weh." Zwei andere, stets positive Aussagen vermittelt "fix" in der Bedeutung von "fein" oder "prima" sowie von "schlau" oder "aufgeweckt" im Sinne von --» plietsch: "Der Kollege Meyer iss'n fixen Kerl" oder "das kleine Schulkind Tinchen 'ne fixe Deern" |
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Fleegenweert ist plattdeutsch und heißt Fliegenwirt. Noch vor einigen Jahrzehnten wurden Inhaber kleiner Kneipen (auch --» Köminseln oder --» Pieseleien genannt) so bezeichnet. Ursprünglich benannte die heute untergegangene Bezeichnung jedoch die im Hafen umherfahrenden Schnaps- und Bierverkäufer. Auf die fliegenden Wirte richtete sich vermutlich der Groll der Gründer und Mitglieder des "Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" sie haben sie somit zur Errichtung von --» Kaffeeklappen |
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Fleete werden Hamburgs Innenstadtkanäle genannt. Sie waren bis ins 19. Jahrhundert die wichtigsten Verkehrswege. Auf ihnen gelangten die Handelsgüter aus aller Welt auf --» Ewern in die wasserseitigen Speicher der langgestreckten Bürgerhäuser oder gingen von hier auf die Schiffe im Hafen und auf der Elbe. Die Fleete dienten sowohl der Trinkwasserentnahme als auch der Abwassereinleitung und häufig sogar der allgemeinen Müllentsorgung. Die meisten Fleete wurden nach dem --» Großen Brand und nach dem Zweiten Weltkrieg zugeschüttet, und in der Innenstadt sind nur noch fünf verblieben. Der Begriff "Fleet" diente auch als (Sammel-)Bezeichnung von Teilen der Schiffsausrüstung (Walfang- und Fischereigerät, Takelage) und ist um 1600 auch als Bezeichnung für eine kleinere Verletzung als Folge einer Tätlichkeit belegt. |
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Fleetenkieker war in früheren Zeiten die offizielle Bezeichnung der mit der Reinhaltung der --» Fleete betrauten Personen. Sie ging später auf alle Abfallsammler über, die bei Ebbe am trockenen Rand oder im seichten Wasser auf dem Grund nach Brauchbarem suchten. Was als unbrauchbar galt konnte man "in't Fleet smiten" (ins Fleet werfen). Wenn sich dies als Fehlentscheidung herausstellte und der Betreffende sein Gut nicht selbst wieder herausfischen konnte, war schnell ein Fleetenkieker als dankbarer Auftragnehmer zur Stelle. Heute werden die Fleete einmal jährlich abgesenkt und ihre Gründe gereinigt. 1994 gründete sich mit "De Fleetenkieker" ein Verein für Umwelt- und Gewässerschutz in Hamburg e.V. Er besitzt zwei Flachbodenboote und kümmert sich um den Schutz der Wasserstraßen und ihrer Uferanlagen. |
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flensen --» Tran |
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Fliegender Hamburger heißt der im Mai 1997 in Berlin auf diesen Namen getaufte ICE-Zug der Deutschen Bahn AG. Er benötigt auf der Fahrt von der Hauptstadt an die Elbe mit zwei Stunden und 15 Minuten lediglich drei Minuten weniger als sein volkstümlich so genannter gleichnamiger Vorgänger in den 1930er Jahren. Dieser Schnelltriebwagen mit zwei 410-PS-Dieselmotoren verkehrte als damals weltweit schnellster Reisezug zwischen Hamburg und Berlin. Er wurde 1959 außer Dienst gestellt. |
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Flora war der Name eines legendären Konzert- und Veranstaltungshauses, das 1889 am --» Schulterblatt 71-73 in dem zum Teil noch erhaltenen Neo-Renaissance-Gebäude eröffnet hatte. Es beherbergte ein Café, ein Billardzimmer, ein Restaurant und Gesellschaftsräume. Nach 1900 wurde hier Varieté geboten, das zum besten in Deutschland zählte. Mitunter gewalttätige Proteste der Anwohner des --» Schanzenviertels verhinderten Ende der 80er Jahre den Ausbau für den Musicalbetrieb, und für das "Phantom der Oper" entstand die Neue Flora Ecke Alsenstraße/Stresemannstraße. |
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Flunsch ziehen --» Karpfenschnut ziehen |
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Flutkatastrophe Wer in Hamburg von der Flutkatastrophe spricht, meint die verheerende Sturmflut, die in der Nacht vom 16. zum 17. Februar 1962 weite Teile der Stadt unter Wasser setzte. Sie forderte 340 Menschenleben, davon 317 Hamburger, und verursachte Sachschäden in Höhe von ca. drei Milliarden DM. Damals erwarb sich der Chef der noch im Aufbau befindlichen Innenbehörde, Helmut Schmidt (geboren 1918), als tatkräftiger Organisator der Hilfsorganisationen weitbeachtete Verdienste. Später erhielt er den Ökelnamen "Schmidt Schnauze", weil er seine Überzeugungen im eigenen wie im gegnerischen politischen Lager ebenso offen aussprach, wie er sie konsequent verteidigte. |
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Fofftein ist plattdeutsch und heißt "fünfzehn". Als Begriff steht die Zahl für eine rund 15minütige Arbeitspause zum Verzehr des Frühstücks, kann aber auch für andere Pausen gelten. Wer von den Hafenarbeitern keinen "Kaffeetäng" (= Tank) in seinem --» Zampelbüdel trug, konnte sich an der --» Kaffeeklappe mit Heißgetränken und belegten Brötchen für die Fofftein versorgen. |
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Franzbrötchen sind seit dem 19. Jahrhundert als eine Gebäckspezialität in Hamburg belegt. Zunächst bezeichnete "Franzbrot" einen langen Laib Brot, das aus besonders feinem, weißem Mehl und mit Butter gebacken war, dem heutigen Baguette vergleichbar. Bald nach der Jahrhundertwende begann eine Hamburger Bäckerei, ihre Franzbrötchen in der Fettpfanne zu veredeln. Heute werden sie aus einem Hefe-Plunderteig mit viel Butter und Zimt in vielen Variationen gebacken. Daß Franzbrötchen eine regionale Spezialität sind, zeigt schon die Tatsache, daß man sie in Bremen gar nicht und in Lüneburg nur als "Hamburger" kaufen kann. |
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Franzosenzeit Von 1806-1813/14 war Hamburg von den Truppen Napoleons besetzt. Am Ende des Jahres 1810 wurde es sogar dem französischen Kaiserreich offiziell einverleibt, und zwar als Teil des großen Departements Elbmündung. Dies brachte mit sich, daß die alte Stadtverfassung außer Kraft gesetzt wurde und ein Maire (= Bürgermeister) an die Spitze der neuorganisierten hamburgischen Justiz und Verwaltung gestellt wurde. Er residierte im barocken Görtz-Palais oder "Stadthaus", wie das 1710/11 erbaute Gebäude auf dem Neuen Wall auch genannt wurde. Das Rathaus am --» Neß wurde Gerichtsgebäude. Die Bevölkerung litt stark unter den Franzosen, die nach einer kurzen Unterbrechung ihrer Besetzung im Frühjahr 1813 die noch von ihren alten Wällen umgebene Stadt zur Festung ausbauten. In der Umgebung wurden alle Bäume gefällt und Häuser abgerissen, um freies Schußfeld gegen anrückende Truppen zu haben. Eine Tragödie spielte sich am Weihnachtsabend 1813 ab, als 20000 Menschen, die sich nicht, wie befohlen, mit Lebensmitteln für drei Monate versorgt hatten, aus der Stadt getrieben wurden. Über 1100 Menschen fanden dabei den Tod. Als Napoleons Heere geschlagen waren und der Kaiser selbst abgedankt hatte, verließen die französischen Soldaten am 30. Mai 1814 Hamburg endgültig. |
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Frech wie Oskar --» Wucht in Tüten |
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Freibrief --» Hafengeburtstag |
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Freiheit --» Große Freiheit |
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fühnsch ist der Hamburger, wenn er durch plötzlich aufsteigenden Ärger "in brass" geraten, also wütend geworden ist. |
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furchtbar ist ein in Hamburg foichba häufig gebrauchtes Wort. Seine Bedeutungsmöglichkeiten erschließen sich im Grunde schon durch die Beispiele, die Dirks Paulun für seine aus dem Stegreif notierten sechs Hamburger Aussprachevariationen formuliert hat: |
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Fußball --» Schangs und Schanze |