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Aal ist die Fischart, die vor allem durch die bekannte Hamburger --» Aalsuppe häufig mit der Stadt in Verbindung gebracht wird und von der Süddeutsche vermutlich glauben, sie müßte schon längst vor Erreichen der Stadt an der Autobahn-Raststätte zu kaufen sein. Wie dem auch sei: Besonders lecker ist das in hamburgischer Vokalverziehung mit einem Laut zwischen "aa" und "oo" ausgesprochene Tier als Smutt- oder Spickaal. Gespickt wird er jedoch nicht wie ein Hase, sondern das Wort stammt von mittelniederdeutsch "spicken" und bedeutet räuchern (auch der Speck hat daher seinen Namen! "Smutten" steht ebenfalls für räuchern). Weniger Freude verbreitete der Fisch im 19. Jahrhundert durch sein Auftreten im Rohrsystem der Hamburger Wasserversorgung. Die Wasserqualität war erbärmlich (--» Cholera) und 1876 zählte ein Wissenschaftler neben dem Aal 15 weitere in den Leitungen vorkommende Tierarten. |
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Aalsuppe Die Aalsuppe verdankt ihre Bekanntheit der fälschlichen und etwas unheimlich anmutenden Herleitung ihres Namens, wonach in ihr "alls drin" sei, so daß sie also aus allen gerade in der Küche vorhandenen Zutaten zubereitet würde. Tatsächlich handelt es sich um eine kräftige süß-saure Gemüsesuppe ("suur supp"), die mit oder ohne ihren Namensgeber, den Aal, als Einlage serviert wird. |
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Aalweber und Aale Aale Zur weiteren Verbreitung der Auswärtigen so besonders eng erscheinenden Verbindung von --» Aal und Hamburg haben zwei Kleinhändler beigetragen, die den Fisch in den Straßen verkauften. Beide wurden zu Hamburger Originalen. Der "Aalweber", eigentlich ein Bürstenbinder namens Weber, bot in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Fisch u.a. des Abends in Hamburger Kneipen aus einem Bauchladen an. Obwohl seine Ware wegen seiner spaßigen Verkaufssprüche stets reißenden Absatz fand, starb er 1854 im Armenhaus. Rund hundert Jahre später zog ein ebenfalls bekanntgewordener Nachfolger durch die Stadt. Er hieß Karl Wilhelm Schreiber und wurde nach seinem Ausruf "Aale Aale" genannt. Schreibers Erkennungszeichen war neben seiner Ware, die er übrigens selbst nicht essen mochte, eine Melone auf dem Kopf, an der er stets frische Blumen trug. "Aale Aale" starb 1970 in Farmsen. |
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Abaton ist als Name von Hamburgs ältestem Programmkino fast jedem in der Stadt ein Begriff. Es liegt an der Ecke Grindelhof/Allende-Platz am Rande des Campus der Universität Hamburg, direkt neben dem --» Pferdestall. Im November 1971 startete der Spielbetrieb. Gezeigt wurden vor allem künstlerisch anspruchsvolle Arbeiten und Experimentalfilme. Seinen Namen verdankt das Abaton der Absicht seiner Gründer, im Kinoprogramm alphabetisch stets an erster Stelle zu erscheinen. Das Kino wurde Vorbild für viele Programmkinos in ganz Deutschland. |
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abbeldwasch --» dwasch |
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ABC-Straße wurde im 17. Jahrhundert der Name einer spätestens 1615 bis 1623 an ihrer Südseite bebauten Straße in der Neustadt. Sie erhielt ihren Namen, weil die hier stehenden Häuser nach dem Alphabet bezeichnet wurden. |
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Abklatscher --» ditschen |
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abmälen --» Elleri-selleri-sibberi-sa-sibberi-sabberi-knull --» Mi |
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achter(n) ist plattdeutsch, heißt "hinten" oder "hinter" und findet sich in vielen Wörtern und Wortarten. Selbst wer sich weder mit Platt noch mit Decksdeutsch auskennt, der findet "achter" dennoch in vielen Hamburger Straßennamen, so z.B. in "Achter de Wisch&Quot; (Wiese) in Neuengamme, in "Achterkamp" (Feld) in Rönneburg oder in "Achtern Hollerbusch" (Holunderbusch) in Sasel. |
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Affi ist die Kurzform des Namens der --» Norddeutschen Affinerie. Das 1866 gegründete Unternehmen auf den ehemaligen Elbinseln Veddel und Peute betreibt heute mit 2000köpfiger Belegschaft eine der modernsten und umweltfreundlichsten Kupferhütten der Weit. |
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albern Wenn von einer "albernen Sache" oder einer "Albernheit" die Rede ist, wird einer Angelegenheit die perfekte Wertlosigkeit bescheinigt. Was albern ist, taugt zu Oberhaupt gar nichts, nicht einmal zum Schmunzeln, denn in der Regel ist es sogar ärgerlich. Albern ist somit das Gegenteil von --» reell. Ausnahmen? Gelegentliches Rumalbern ist bei Kindern und Jugendlichen ganz normal, gehört bei Erwachsenen ja eigentlich auch dazu und wurde noch vor gar nicht langer Zeit als "Allotria treiben" (von altgriechisch für "Abwegiges", für "lauten Unfug") mit einem verbreiteten Fremdwort bezeichnet. |
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all to nah --» Altona |
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Alls klar! --» verklären |
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als ob und als wie wenn --» wie wenn |
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Alsterschippern heißt das zwischen neun Anlegern hin- und herführende Kreuzfahrtprogramm der --» Alster-Touristik GmbH. Die weiße Flotte der Alsterdampfer war 1984 aus dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ausgeschieden, nachdem ihre Bedeutung für die innerstädtische Personenbeförderung stetig abgenommen hatte. Eine Attraktion beim Alsterschippern ist die Fahrt mit der 1876 in Hamburg gebauten "St. Georg", dem ältesten noch fahrtüchtigen Dampfschiff Deutschlands. |
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Alsterschwäne sind in Hamburg schon seit Hunderten von Jahren ein Begriff. Eine Verordnung von 1664 stellte die Vögel unter Schutz. Bis heute schwimmen die über 200 Höckerschwäne unter staatlicher Obhut auf der Kleinen, der Binnen- und der Außenalster. 1818 begann ihre Betreuung durch einen städtisch besoldeten "Schwanenvater". Versorgt mit Futter, verbringen sie den Winter auf dem für sie eisfrei gehaltenen Eppendorfer Mühlenteich. |
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Alter und Alte sind weitverbreitete Anreden, die sich ungeniert durch die Konversation selbst jüngster Schulkinder ziehen und in schlichteren Sprachkreisen bis weit über die Jugend hinaus geläufig bleiben. Häufig wird das "t" als "d" gesprochen, manchmal verschwindet es auch ganz oder wird zu einem zweiten "l". Diese Variante klingt dann noch beeindruckender, wenn ein kurzes "Eh" davorgeschaltet wird. Es bewirkt eine minimale Pause, die aber die Anrede um so besser zur Geltung gelangen läßt, z.B. in: "Eh, Aller hömmazuh" (hör einmal zu). |
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Altes Land --» Meile Alten Landes |
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Altona "All zu nah!" dachten sich die Hamburger lange Zeit, liegt doch dieser kleine, aber lästige Handelskonkurrent bei Hamburg. Der Fußweg zur Grenze der "Altona" genannten Fischer und Handwerkersiedlung, die 1664 zur Stadt erhoben wurde, dauerte vom Millerntor aus gerade eine Viertelstunde Richtung Westen. Die genaue Herkunft des Namens Altona läßt sich nicht belegen. Sicher ist dagegen, daß die Siedlung im frühen 16. Jahrhundert entstand, zu Holstein-Pinneberg gehörte und nur wenige Häuser sowie ein Gasthaus umfaßte. Der Landesherr Ernst Graf von Holstein-Schauenburg (gestorben 1622) förderte Altona und gewährte weitreichende "Freiheiten" für Handwerker und Glaubensflüchtlinge (--» Große Freiheit). 1640 kam Altona unter die Herrschaft des dänischen Königs, 1866 unter die des preußischen. Vor allem in den 1920er Jahren wuchs "Hamburgs schöne Schwester" durch die Eingemeindungen der --» Elbvororte, Bahrenfelds und Ottensens immer weiter und erhielt neue Industrien. 1937 wurde Altona mit dem --» Groß-Hamburg-Gesetz nach Hamburg eingemeindet. Heute leben in den 13 Stadtteilen des Bezirks Altona 240000 Menschen auf insgesamt 78,31 Quadratkilometern Fläche. |
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Altonaer Balkon Wie Altona nach Norden heraus mit dem Volkspark einen Hintergarten besitzt, hat es vorn am Steilufer der Elbe ein Obergeschoß, den Altonaer Balkon. In Höhe des Altonaer Fischereihafens, zwischen Klopstockstraße und Palmaille, südlich vom Altonaer Rathaus, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eine Grünanlage mit Aussichtsplattform eingerichtet. Von hier aus kann man weit über den Fluß und Teile des Hafens blicken. Wegen dieser prächtigen Aussicht nannte der Hamburger Schriftsteller Hans Leip (1893-1983) diesen Platz 1953 "Kap Kiekut". Wanderer sind übrigens aufgerufen, sich von hier aus auf den Elbuferweg zu begeben, und zwar entweder in östlicher Richtung zum Hafen oder nach Westen über Blankenese nach Rissen. |
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Altstädter --» Elbsegler |
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Anbinner heißt hochdeutsch "Anbinder" und steht spöttisch für die auf plattdeutsch "Fastmoker" lautende Berufsbezeichnung --» Festmacher.
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angetütert ist, wer einen Schwips hat und schon ein bißchen --» duhn ist. |
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anköteln bedeutet "sich anbiedern" oder "wieder anbiedern", insbesondere wenn es vorher einen Streit gegeben hat: "Nu kommt er wieder angekötelt!" |
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Anscheten! Auf wen dieser Ausruf gemünzt ist, der steht "angeschmiert" da oder der ist "reingefallen". Das Wort leitet sich von --» Schiet ab und heißt in der hochdeutschen Variante "angeschissen". Die ernstere Variante des Begriffs im Sinne von "betrügen" kursierte im Hamburger Kaufmannsleben früherer Zeiten als Döntjes machen. Ein schönes plattdeutsches --» Döntje ist im Hamburgischen Wörterbuch überliefert. Es handelt von einem kleinen Jungen, dessen Vater ihm sein neugeborenes Geschwisterchen vorführt:
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Anscheten, Herr Paster ist eine alte Hamburger Redensart, hinter der sich ein --» Döntje verbirgt, das der aus alter Hamburger Juristen- und Pastorenfamilie stammende Franz Theodor Mönckeberg 1950/54 in seinem --» "Grabbelbüdel" überliefert hat. Im Religionsunterricht befragt ein kleiner --» Buttje den Pastor zur Allgegenwärtigkeit Gottes:
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antüdeln Wer sich antüdelt, zieht sich an. Wer angetüdelt ist, der ist demnach fertig angekleidet. Aber das Ankleiden, z.B. für eine Party, kann auch schon einige Zeit her sein und der betreffende sich im Laufe des Abends "einen angetüdelt" haben, nämlich einen Schwips (auch: angetütert sein, sich einen antütern). |
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antütern --» antüdeln |
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Appelschnut ist der Kosename der Heldin eines gleichnamigen Kinderromans des Hamburger Schriftstellers Otto Ernst (1862-1926). Den Stoff zu seinem 1907 erschienenen Buch konnte er sozusagen täglich studieren, denn es handelte sich um seine Tochter Senta Regina. Seiner "Appelschnut" (hochdeutsch: Apfelmund "Schnute" ist das plattdeutsche Wort für "Schnauze") setzte er mit dem 500.000 mal gedruckten und in 17 Sprachen übersetzten Werk ein liebenswertes Denkmal. Die so Geehrte lebte in Othmarschen in der nach ihrem Vater benannten Straße und starb 1998 im stolzen Alter von 101 Jahren. |
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Ausklaviert --» vigeliensch |
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Außenalster heißt der größere Teil des durch die Aufstauung der Alster am südöstlichen Ende des --» Jungfemstiegs entstandenen Sees. Der kleinere, auf der anderen Seite von Kennedy- und Lombardsbrücke gelegene Teil ist die --» Binnenalster. Die Außenalster ist ca. 2,8 Kilometer lang und mißt an der breitesten Stelle, zwischen Hohenfelder Bucht und der gegenüberliegenden Seite, etwas über einen Kilometer. Das in den wärmeren Monaten von zahlreichen Ruderern und Seglern genutzte Gewässer lädt das gesamte Jahr über zu einem schönen Spaziergang am Ufer ein. Einmal ganz herum sind übrigens 7550 Meter zu wandern. Eine Attraktion ist es, wenn in kalten Wintern die Außenalster zufriert. Kaum wird sie zur Begehung freigegeben, ist ihr weißes Eis schon schwarz vor lauter Schlittschuhläufern, Spaziergängern, Glühweinständen und Imbißbuden. |
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Aussprache (von Fremdwörtern) --» ldioticon Hamburgense |